Archiv | April 2016

Vorsicht, Autorinnen in der Steiermark! Lesung Teil 3: Auf die Plätze, fertig, lesen!

… der Bericht neigt sich dem Ende zu…

Sonntag, 3. April, 17 Uhr – Die Lesung

Um kurz vor fünf holten wir unsere Bücherkisten und tapezierten den noch leeren Tisch, der unter der Kuppel des GÄZ für uns bereitstand, mit unseren Werken.

Ich war ziemlich nervös.

Um fünf vor fünf war erst eine einzige Zuhörerin da. Aber das war anscheinend der Großkleiner Gemütlichkeit zuzuschreiben, denn es trudelten in den letzten Minuten noch mehr Leute ein und die Plätze füllten sich – zum Glück! :D

Susanne Niebler, die Museumsleiterin und Lyrikerin, die wir am Vortag kennengelernt hatten, stellte uns und unsere Bücher kurz vor und mein Freund, der am Mozarteum in Salzburg Trompete studiert, sorgte für einen perfekten, musikalischen Rahmen. Die Leute waren richtig überrascht, dass wir sogar einen Profi-Musiker dabeihatten :)

Helmi war als erste dran. Zum Einstieg in ihr Buch „Die letzte Heimat“, las ich eine Rezension vor, die ich vor ein paar Monaten verfasst hatte, nachdem ich von ihrem Buch total begeistert gewesen war. Anschließend entführte Helmi die ZuhörerInnen in die wunderbare und aufregende Welt der Vereinten Reiche. Obwohl auch sie, wie sie mir später verriet, sehr aufgeregt war – es war auch für sie die erste Lesung -, merkte man ihr das überhaupt nicht an. Ganz cool trug sie die Szenen vor und zog die ZuhörerInnen in ihren Bann.

Nach dem „Neapolitanischen Tanz“ aus „Schwanensee“ war dann ich an der Reihe. Auch Helmi las zuerst die Rezension vor, die sie wiederum über „Magiebegabt“ geschrieben hatte. Wir wollten die Leute dadurch auch darauf aufmerksam machen, wie wichtig Rezensionen für die Weiterverbreitung unserer Bücher sind. Denn nur durch viele Rezensionen können neue Leser erreicht werden, da wir nicht die Marketing-Maschinerie eines großen Verlags hinter uns haben.

Als Helmi also geendet hatte, begann ich zu sprechen und „Magiebegabt“ vorzustellen. Ich hatte sechs kurze Szenen ausgesucht – manche witzig, manche spannend, manche etwas gruselig. Während Helmi noch gelesen hatte, hatten meine Hände vor Aufregung und Nervosität gezittert, aber sobald ich begann, den Prolog vorzulesen und gemeinsam mit den ZuhörerInnen in die magische Welt von Mandy und Chris einzutauchen, waren diese Gefühle verschwunden und ich fand es einfach nur klasse!

Ein echt tolles Gefühl, wenn ein ganzer Raum Menschen gebannt an deinen Lippen hängt :) Zwei Männer, die in der zweiten Reihe ganz außen saßen, beugten sich sogar während meiner Lesung immer weiter gespannt nach vorne – das fand ich total cool :D

Nach der Lesung signierten Helmi Schausberger und ich für alle Interessierten ein Exemplar unserer Debütromane. Und tatsächlich wollten mehr als die Hälfte der Leute nicht ohne ein Exemplar von „Magiebegabt“ und „Die letzte Heimat“ nach Hause gehen. Das war wirklich fantastisch – zum Glück hatten wir so viele Bücher dabei ;)

Als jeder und jede zufrieden und mit neuem Lesestoff ausgestattet war, setzten wir uns gemeinsam mit den Mitgliedern des Großkleiner Kulturausschusses, die die Lesung im Rahmen ihres neuen Sonntagprogrammes „Kult5ur“ organisiert hatten, und einigen interessierten LeserInnen aus dem Publikum noch ins Kleiner Café, um den Abend bei netten Gesprächen und einem Gläschen Rotwein ausklingen zu lassen.

Insgesamt kann man sagen, dass der Abend ein voller Erfolg war, der hungrig auf mehr macht! :)

Helmi und ich möchten uns auf jeden Fall für die wunderbare Chance bedanken, dass wir unsere Debütromane im keltischen Großklein vorstellen durften. Es war wirklich eine tolle Erfahrung! :)

Eine Einladung nach Leibnitz wurde übrigens bereits ausgesprochen… Ich halte euch auf dem Laufenden ;)

Eure
acn

 

Vorsicht, Autorinnen in der Steiermark! Lesung Teil 2: KeltenWelten

… der Bericht geht weiter…

Sonntag, 3. April – Vor der Lesung

In unserem gemütlichen Zimmer in der Buschenschank haben mein Freund und ich eine sehr geruhsame Nacht verbracht. Und das Wort „geruhsam“ ist wörtlich zu nehmen. Es war so schön still, in der Nacht und am Morgen. In Salzburg wohnen wir in einer Wohnung, die direkt an einer großen Kreuzung liegt. Normalerweise haben wir also zu keiner Tageszeit Pause vom Verkehrslärm (auch der Hubschrauber, der mehrmals täglich am gegenüberliegenden Krankenhausdach landet, hilft brav dabei mit, nur ja keine Stille aufkommen zu lassen ;)). Für uns war das also richtig schön, dass wir nicht durch nervtötendes Gehupe und das umweltverpestende Getöse und Gebrumme aus dem Schlaf gerissen, sondern vom Gezwitscher der Vögelchen sanft geweckt wurden.

Nach einem herzhaften Frühstück, das uns die liebe Besitzerin bereitet hatte – mit extra viel Kaffee (es war fast so, als würde sie mich kennen und wissen, dass für mich jede Menge Koffein nötig ist, um mich am Morgen überhaupt ansprechen zu können ;)), holten wir Helmi ab, die die Nacht im Weiberhof verbracht hatte.

Direkt bei unserer Buschenschank begann ein Kelten-Rundwanderweg. Wir erklommen den kleinen Hügel, auf dem früher die Kelten ihre Siedlungen erbaut hatten, atmeten die frische Luft und erfreuten uns am frühlingshaften Anblick der zu blühen beginnenden Blumen und Sträucher. Auch viele Bienen und Schmetterlinge begegneten uns :)

Von einem Aussichtspunkt konnte man seinen Blick über die Weinberge schweifen lassen – und auch über einige Hügelgräber, die sich immer wieder aus dem Boden wölbten. Allerdings hätten wir die Gräber gar nicht erkannt, wenn wir nicht durch die Hinweistafeln darauf hingewiesen worden wären – denn diese fast 3000 Jahre alten Grabhügel erheben sich nur leicht aus dem Boden und sind längst mit der Landschaft eins geworden.

Dann stiegen wir in einen Wald hinunter, und auch dort erfuhr man durch Hinweistafeln so allerlei über das Leben, das die Kelten dort geführt hatten. Und natürlich hielten wir die ganze Zeit über die Augen offen, um auch eine Tonscherbe oder sonstige Relikte aus dieser längst vergangenen Zeit zu finden – aber wir hatten leider nicht so viel Glück, wie der Wirt, der uns am Tag zuvor seine Fundstücke präsentiert hatte.

Schließlich kamen wir zum sogenannten „Gehöft“ – einer lebensgroßen Nachbildung eines keltischen Dorfes. Das war richtig cool. Man konnte sich die Hütten ansehen und sogar hineingehen (Fotos gibt es weiter unten). Es gab Wohnhütten, einen Speicher, einen überdachten Brotbackofen und eine Webhütte, in der die Nachbildung eines riesengroßen Webstuhles zu bestaunen war, dessen Überreste auf dem Areal entdeckt worden waren. Es war wirklich faszinierend zu sehen, wie so ein keltisches Dorf wohl ausgesehen haben mag.

Nach unserer kleinen idyllischen Wanderung fuhren wir hinunter nach Großklein und gönnten uns ein Mittagessen bei einem anderen Wirten als am Vortag. Das Essen war gut, aber ich war doch ziemlich nervös, als die Lesung langsam näher rückte, und hatte deshalb keinen so großen Hunger. Mein absolutes Highlight dort: Für seine Tochter wollte der Wirt ein Exemplar von „Magiebegabt“ :)

Wir sind dann noch durch den Ort spaziert und haben im Kleiner Café, das direkt neben dem GÄZ liegt, einen Kaffee getrunken. Das „Kleiner Café“ hat später sogar je ein Exemplar von „Magiebegabt“ und der „Letzten Heimat“ erstanden :)

Der Minutenzeiger kroch unaufhaltsam weiter. Es war schon fast 17 Uhr…

 

Vorsicht, Autorinnen in der Steiermark! Lesung Teil 1: Willkommen in Großklein!

Die erste Lesung ist geschafft – es war ein tolles Erlebnis :)

Für alle, die ein wenig mehr erfahren wollen… hier der Bericht:

Samstag, 2. April

Um uns gut auf unsere erste Lesung vorbereiten zu können, haben Helmi und ich uns entschlossen, einen Tag früher anzureisen und uns im Ort der Lesung – mit dem etwas lustigen Namen „Großklein“ – vorher ein wenig umzusehen.

Helmi hatte auf ihrer Zugfahrt die wundervolle Landschaft genossen, während ich im Auto den tollen Asphalt und die vielen LKWs bewundern konnte ;)

Nach vier Stunden Autofahrt (während der wir kurz vor unserem Ziel auch durch den Ort „Kleinklein“ fuhren :D) erreichten mein Freund und ich endlich unsere Unterkunft, eine nette Buschenschank in der Kastralgemeinde Burgstall, auf einem kleinen Berg gelegen, der voller keltischer Hügelgräber war – dazu später mehr :)

Nach kurzen Verständigungsproblemen mit Opa Roman, der einen richtig witzigen, aber doch sehr unverständlichen Dialekt spricht, bekamen wir unsere Schlüssel und konnten uns kurz das gemütliche Zimmer anschauen.

Danach haben wir Helmi abgeholt, die in einer Unterkunft mit dem tollen Namen „Weiberhof“ untergebracht war, die ausschließlich Frauen vorbehalten ist und sich auch auf demselben Hügel befindet – allerdings im hintersten und ruhigsten Eck, was uns später auch abenteuerliche, nächtliche Autofahrten bescherte ;)

Im Zentrum von Großklein angekommen, schauten wir uns natürlich als allererstes das GÄZ an, in dem die Lesung stattfinden sollte. Das GÄZ ist ein sehr interessantes Gebäude mit einer riesigen Kuppel in der Mitte, die den keltischen Hügelgräbern, für die die Umgebung – und besonders Großklein – bekannt ist, nachempfunden ist.

Anschließend machten wir uns ins örtliche Museum auf, wo wir unsere Betreuerin für die Lesung finden sollten. Susanne Niebler – übrigens eine erfolgreiche österreichische Lyrikerin, die schon viele Lesungen hinter sich und noch viel mehr vor sich hat (z.B.: Lyrikband „DichterKlang“) – gab uns noch ein paar Tipps für die morgige Lesung und beglückte uns dann mit einer Privatführung durch das Museum mit dem Themenschwerpunkt „Hallstattzeit“. Susanne ist die Leiterin des Museums und kennt sich wirklich total gut mit den Kelten aus, die vor ungefähr 2500 Jahren diese Gegend besiedelten. Es war super spannend ihr zuzuhören und so viel Neues zu lernen :) Außerdem gab es noch eine Sonderausstellung zum Thema „Meteoriten“, wo wir echte außerirdische Steinchen, die an den verschiedensten Orten der Welt gefunden worden waren, bestaunen konnten.

Susanne begleitete uns dann noch zum Abendessen in ein nettes Wirtshaus in der Nähe. Wir tauschten uns über unsere Schreibtätigkeiten, unsere Bücher sowie über Vertrieb und Marketing aus… und ich ließ mir währenddessen köstliche Bärlauchspätzle schmecken :)

Susanne zeigte uns auch eine Notiz zur Lesung, die in der Großkleiner-Vierteljahresschrift „Klapotetz“ veröffentlicht worden war (siehe Bild 3).
Und sie erzählte uns vom sogenannten „BürgerSMS“, das an alle Einwohner verschickt worden war, um auf unsere Lesung aufmerksam zu machen :)

Der Wirt berichtete uns übrigens von seinen faszinierenden Keramikfunden aus Keltenzeiten, was uns noch zusätzlich bestärkte, am nächsten Tag eine Wanderung zu den Keltengräbern zu unternehmen :)

Ich muss sagen, wir fühlten uns vom ersten Augenblick an sehr willkommen in Großklein – und das sollte bis zum letzten Augenblick so bleiben :)

 

 

Bereit für die Lesung :)

IMG_1650

So sieht mein Exemplar von „Magiebegabt“ gerade aus :D

Die Szenen für die Lesung sind endlich ausgesucht und geprobt. Morgen früh geht’s los Richtung Steiermark – ich muss die Lesung schließlich mit einem kleinen Kurzurlaub verbinden :)
Die romantischen Szenen wurden übrigens aufgrund von Lachanfällen (meinerseits und des Publikums, das aus meinen Schwestern bestand) aus dem Programm gestrichen – solche Schmetterlinge-im-Bauch-Szenen wirken einfach im Kopf besser als auf der Zunge :D

Das „echte“ Publikum in Großklein erwartet nun eine gute Mischung aus spannenden, witzigen und gruseligen Szenen, die hoffentlich jedem einzelnen den Abend verkürzen und versüßen :)

Noch mal kurz die Infos für alle, die vielleicht in der Nähe sind:

Wo: GÄZ Großklein (Steiermark)
Wann: Sonntag, 3. April um 17 Uhr
Mit: Mir natürlich und Helmi Schausberger („Die letzte Heimat„)

Am Montag gibt es dann einen exklusiven Bericht inklusive Fotos von meiner ersten Lesung :)

Macht’s gut bis dahin!

Eure
acn